Die Basisklassifikation entstand Ende der 1980er Jahre in den Niederlanden unter der Leitung der Königlichen Bibliothek. Sie wurde als System zur systematischen Ordnung von Wissen und Literatur entwickelt. Seit 1992 im Rahmen des PICA-Projekts Niedersachsen in deutschsprachigen Ausgaben verfügbar. Damit wurde die BK früh in kooperative bibliothekarische Infrastrukturen eingebunden. Im Gemeinsamen Bibliotheksverbund (GBV) etablierte sie sich als fester Bestandteil der Katalogisierungspraxis. Seit 1995 liegt eine zweite, überarbeitete Ausgabe vor; seit 2009 wird die BK unter anderem auch im Österreichischen Bibliothekenverbund genutzt.
Vor diesem Hintergrund ist auch die spätere Wiederaufnahme der Arbeit an der Basisklassifikation einzuordnen. Im Jahr 2017 setzten die Verbundzentrale des GBV (VZG) und die Staatsbibliothek zu Berlin erste Impulse zur Wiederbelebung der BK. Zu den Maßnahmen gehörten eine Umfrage und ein Workshop. Dieser Workshop fand im Rahmen des SI&IT-Workshops (Subject Indexing and Information Technology) der VZG statt. Im Jahr 2024 kam ein erneuter Impuls aus dem Österreichischen Bibliothekenverbund (OBV) hinzu, der die Weiterentwicklung und Aktualisierung der BK zusätzlich vorantrieb.
Diese historische Einordnung unterreichst die BK als gewachsene, verbundübergreifend genutzte Infrastruktur. Der Relaunch ist daher nicht als Neuanfang zu verstehen, sondern als Fortführung der Entwicklung einer seit Jahrzehntenetablierten Klassifikation, die wiederholt durch institutionelle Initiativen vorangetrieben wurde. Gerade diese Kontinuität erklärt, warum Änderungen vorsichtig, kompatibel und nachvollziehbar umgesetzt werden müssen: Die BK ist in Katalogdaten, Arbeitsroutinen und Rechercheumgebungen tief eingebettet.
Ziele
Das erste Ziel ist die Modernisierung und Aktualisierung der Basisklassifikation. Die letzte Überarbeitung fand vor ca. 20 Jahren statt. In der Zwischenzeit haben sich Wissenschaft und Gesellschaft stark gewandelt. Ein wichtiger Punkt der Überarbeitung ist es daher, den bisher bestehenden Eurozentrismus aufzuweichen.
Ein weiteres Ziel ist es, die Basisklassifikation so weiterzuentwickeln, dass sie sowohl die computerunterstützte Inhaltserschließung als auch das Training KI-basierter Verfahren unterstützt. Ergänzend soll eine ständige BK-Redaktion eingerichtet werden, die eine kontinuierliche Anpassung der BK an zukünftige Anforderungen sicherstellt.
Was ist bei der Überarbeitung wichtig
Roadmap
Mitarbeit
Wie Bibliotheken beitragen können
Netzwerk
Beteiligte Institutionen & Partner
Veranstaltungen & Workshops
Veranstaltungen
BiblioCon / Österreichischer Verbundtag Mai 2026
Totgesagte leben länger – Relaunch der Basisklassifikation
Termin 1
Termin 2
Vortrag Abstract
Die Basisklassifikation (BK) ist ein etabliertes Klassifikationssystem zur Sacherschließung in Bibliotheken und Informationseinrichtungen. Ihre klare Struktur und breite Anwendbarkeit machen sie seit Jahrzehnten zu einem zentralen Werkzeug für die systematische Ordnung von Wissen.
Doch die letzte Überarbeitung liegt über 10 Jahre zurück – die Anforderungen an moderne Erschließungssysteme und die Schwerpunkte aktueller Forschung haben sich grundlegend verändert.
Der Vortrag stellt den aktuellen Relaunch-Prozess der BK vor, der auf drei zentralen Säulen basiert:
Anhand konkreter Beispiele – etwa neuer Klassen für die Ukraine, die Geschichte der Schweiz, performative Kunstformen oder die Interdisziplinarität der Quantentechnologien – wird gezeigt, wie verbundübergreifende redaktionelle Arbeit, technologische Innovation und wissenschaftlicher Diskurs zusammenwirken, um ein zukunftsfähiges Klassifikationssystem zu gestalten.
Anwendertreffen DA-3
Datenformate
Die Basisklassifikation steht in verschiedenen Datenformaten zum Download zur Verfügung.
Online-Zugriff
Basisklassifikation im VZG Terminology Service
API
Schnittstelle & technische Dokumentation
Regine Beckmann
Staatsbibliothek zu Berlin
Rabea Rudigier
Österreichische Nationalbibliothek
Diana Slawig
Technische Informationsbibliothek Hannover
Abschnitt 7
Rechtliches & Kontakt
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