Über die Basisklassifikation
Prinzipien der Basisklassifikation
Die Basisklassifikation ist in fünf Bereiche mit insgesamt 48 Hauptklassen und 2.086 Klassen gegliedert. Die Notationen folgen dem Format NN.NN: Die erste Zifferngruppe kennzeichnet die Hauptklasse als übergeordnetes Sachgebiet, die zweite spezifiziert das Thema innerhalb dieses Gebiets.
- Hierarchische Ordnung: Die BK ist hierarchisch aufgebaut. Die Notationen bilden die Einordnung von Themen innerhalb der jeweiligen Hauptklassen ab. Innerhalb einer Hauptklasse wird eine spezifische Notation nicht gleichzeitig mit ihrer übergeordneten Notation vergeben.
- Konzentration auf den Sachaspekt: Klassifiziert wird der fachliche Inhalt eines Dokuments. Formale Kriterien wie Dokumententyp oder Erscheinungsform werden nicht über die BK-Notation abgebildet. Auch Aspekte wie Zeit und Form werden über andere Elemente der Sacherschließung, beispielsweise Zeitschlagwörter oder Formangaben, erfasst.
- Exaktheit und Sparsamkeit: Es wird diejenige Klasse gewählt, die den Inhalt möglichst genau beschreibt. Dabei werden nur die wesentlichen thematischen Aspekte berücksichtigt. In der Regel genügen ein bis zwei, höchstens drei Notationen.
- Kritische Prüfung der Systemstelle: Die Vergabe einer Notation erfolgt nicht ausschließlich anhand von Registerbegriffen. Maßgeblich sind der tatsächliche Inhalt der Publikation und die Prüfung der entsprechenden Stelle innerhalb der Systematik. Dadurch sollen Mehrdeutigkeiten und fehlerhafte Zuordnungen vermieden werden.
- Umgang mit „Allgemeines“: Mit „Allgemeines“ bezeichnete Klassen, beispielsweise 01.00 oder 42.00, sind Gesamtdarstellungen eines Fachs bzw. fachübergreifenden Werken vorbehalten. Die Hauptklasse 01.00 darf insbesondere nicht ergänzend zur Kennzeichnung formaler Publikationstypen wie Adress- oder Schulbüchern verwendet werden.
- Umgang mit „Sonstiges“: Klassen mit der Bezeichnung „Sonstiges“ – häufig mit der Endung .99 – werden nur verwendet, wenn nach sorgfältiger Prüfung keine passendere spezifische Klasse vorhanden ist.
- Strukturierte Systemstellen: Klassen wie „Geschichte“, „Philosophie und Theorie“ oder „Methoden und Techniken“, die häufig am Beginn einer Hauptklasse stehen, sind in erster Linie für entsprechende Gesamtdarstellungen vorgesehen. Sie können bei Bedarf ergänzend vergeben werden.
- Fachsystematik vor Formalaspekten: Formal- und Sachaspekt sind konsequent voneinander zu trennen. Die BK dient der fachlich-inhaltlichen Einordnung und nicht der Beschreibung der Publikationsform.
Beispiel: Bei einer Publikation über Umweltbelastung durch Industrie, Verkehr und private Haushalte wird 43.50 Umweltbelastungen vergeben. Eine gleichzeitige Vergabe der spezifischeren Klassen 43.62, 43.63 und 43.66 erfolgt nicht.
Diese Prinzipien ermöglichen eine konsistente, systematische und nachvollziehbare Erschließung von Publikationen nach ihren wesentlichen Sachaspekten.
Vorteile der BK
- Hohe Übersichtlichkeit durch die festgelegte Notationsstruktur
- Effiziente und einheitliche Sacherschließung großer Medienbestände und somit gute Basis für Recherchen über verschiedene Fachgebiete hinweg
- Ermöglicht das schnelle Erfassen des Dokumentinhalts auf einen Blick
- Klare Trennung von formalen und inhaltlichen Aspekten, wodurch nur der Sachaspekt erfasst wird
Vergleich zu anderen Klassifikationen
Die Basisklassifikation (BK) unterscheidet sich von anderen bibliothekarischen Klassifikationssystemen wie der Regensburger Verbundklassifikation (RVK), der Dewey Decimal Classification (DDC) oder der Universal Decimal Classification (UDC) insbesondere durch ihre vergleichsweise grobe Struktur und die konsequente Konzentration auf die wesentlichen Sachaspekte einer Publikation.
- Feingliederung und Umfang: Die BK ist mit 2.086 Klassen ein vergleichsweise grobes Klassifikationssystem. In der Regel werden für eine Publikation nur ein bis zwei Notationen vergeben. Feinere Klassifikationssysteme wie die RVK ermöglichen dagegen eine wesentlich differenziertere Abbildung einzelner Forschungsgegenstände, Regionen oder Methoden.
- Konzentration auf den Sachaspekt: Bei der BK steht der fachliche Inhalt einer Publikation im Vordergrund. Formale oder zeitliche Aspekte werden nicht durch eigene BK-Notationen ausgedrückt, sondern über andere Elemente der Erschließung abgebildet. Ein Schulbuch zur Chemie erhält beispielsweise die passende fachliche BK-Notation, jedoch keine zusätzliche Notation für die Publikationsform „Schulbuch“. Andere Klassifikationssysteme können dagegen auch Aspekte wie Regionen, chronologische Einteilungen oder Publikationsarten innerhalb ihrer Systematik berücksichtigen.
- Sparsame und präzise Notationsvergabe: Die BK beschränkt sich auf die wesentlichen inhaltlichen Aspekte eines Dokuments. Im Unterschied zu stärker ausdifferenzierten Systemen soll eine möglichst geringe Zahl präziser Notationen eine übersichtliche und einheitliche Erschließung gewährleisten.
- Vergabe nach inhaltlicher Prüfung: Die Zuordnung einer BK-Notation erfolgt nicht allein anhand von Registerbegriffen. Entscheidend sind der tatsächliche Inhalt der Publikation und die Prüfung der entsprechenden Systemstelle, um Mehrdeutigkeiten und fehlerhafte Zuordnungen zu vermeiden.
- Umgang mit „Allgemeines“ und „Sonstiges“: Klassen für allgemeine oder unspezifische Inhalte werden restriktiv verwendet. Mit „Allgemeines“ bezeichnete Klassen, beispielsweise xx.00, sind für entsprechende Gesamtdarstellungen vorgesehen. Klassen mit der Bezeichnung „Sonstiges“, häufig xx.99, werden nur verwendet, wenn keine spezifischere Klasse passt.
- Unterschiedliche Anwendungsschwerpunkte: Die BK ermöglicht eine übersichtliche, fächerübergreifende und überregional nachnutzbare Inhaltserschließung. Die RVK ist demgegenüber wesentlich feingliedriger und wird insbesondere für die differenzierte Erschließung und systematische Aufstellung von Beständen in wissenschaftlichen Bibliotheken eingesetzt.
- Notationsformat: Auch die Notationen unterscheiden sich in ihrem Aufbau. BK-Notationen folgen dem numerischen Format NN.NN, während beispielsweise die RVK alphanumerische Notationen wie PN 1230 verwendet.
Die BK zeichnet sich damit insbesondere durch ihre Übersichtlichkeit, vergleichsweise geringe Komplexität und konsequente Konzentration auf fachliche Sachaspekte aus. Gegenüber stärker ausdifferenzierten Klassifikationssystemen steht weniger eine möglichst detaillierte Abbildung sämtlicher Aspekte als vielmehr eine klare, einheitliche und nachnutzbare Inhaltserschließung im Vordergrund.
